Einfacher Input, organischer Output

Dieses Beispiel zeigt, wie man aus nur wenigen einfachen Phrasen eine dichte und "handgemachte" Textur machen kann, die eine großartige Grundlage sein kann für einen Song oder Soundtrack.

Das Beispiel wurde auf die selbe Weise gebaut, wie hier im Video gezeigt wird. Dieser Text erklärt einige Aspekte, die in dem Video nicht behandelt werden.

Progression

4462_rikko3.png

Die Akkorde sind sehr einfach gehalten in A Moll. Die resultierende Textur atmet trotzdem sehr schön und schiebt nach vorne, weil die Akkorde mit doppelter Geschwindigkeit laufen. Wegen des Zupfens der Gitarre, der Basslinie und dem Arpeggio des Pianos nimmt der Hörer kaum einen Akkordwechsel deutlich wahr. Das ist eine beliebte Technik, um dem starren Ein-Akkord-Pro-Takt Schema zu entkommen.

Part B is nur ein einziger Akkord: E9.

Tonartwechsel finden statt bei0:49 (Am/Bm), 1:04 (C/D), 1:10 (C#m) und 1:18 (C#m/Am). Der letzte Wechsel bei 1:18 ist sehr heftig: Ein direkter Sprung von C# Moll zurück nach A Moll. Hat etwas zerbrechliches an sich. Die Melodie hält es recht gut zusammen.

 

Phrasen

4462_rikko1.png

Wie man sehen kann, sind die Phrasen alle recht kurz und einfach. Sehen Sie den Bass an: Nur ein einziges Symbol mit einer ungeraden Wiederholungslänge. Das Piano Arpeggio ist sehr kurz. Das "Piano 2" ist zu Beginn stummgeschaltet und kommt später dazu, um ein handgemachtes Feeling zu erzeugen. Die gesamte Textur wirkt organisch und voller Vielfalt.

Das Oboe Solo ist im Grunde nur eine Figur mit 24 Takten, die sich wieder und wieder wiederholt. Es ist die Harmonie, die es zu dem macht, was man hört! Um es ein wenig zu betonen und zu optimieren habe ich Snapshots gemacht und die einzelnen Segmente ein wenig nachbearbeitet. Das ist mein bevorzugter Workflow für Melodien: Eine Figur sich ständig wiederholen lassen und dann in einzelnen Containern einen Snapshot machen zur Nachbearbeitung und Optimierung.

 

Tempo

Das Tempo ist 165 BPM. Das Schlagzeug spielt mit 1/2 Tempo (hier nicht zu sehen). Das Pattern ist einfach. Was den Unterschied macht, ist die 1/2 Geschwindigkeit in Relation zum Rest. Die Akkorde bewegen sich eigentlich sogar mit 330 BPM.

Haben Sie keine Angst vor Tempo. Tipp: Bevor Sie ein neues Stück anfangen, setzen Sie das Tempo auf etwas anderes als 120. Das verringert das Risiko, immer wieder in die gleichen Gewohnheiten zu verfallen.

Struktur

4462_rikko2.png

Dieses Stück befindet sich in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung und hat noch kaum Struktur. Die meisten Phrasen befinden sich noch im Stammcontainer. Ich habe Container lediglich dazu benutzt, Teile abzutrennen, die ich später optimieren kann. "Intro" und "Part A" enthalten Untercontainer, in denen der Pause Parameter jeweils den Einsatz eines Instruments zu einem späteren Zeitpunkt bestimmt.

Resultat

Ich habe die folgenden Instrumente eingesetzt: SWAM Oboe (samplemodeling.com), Kontakt Grand Piano (Native Instruments), String Studio (Applied Acoustics Systems, physically simulated bass & cello), Chris Hein Guitars.
 

Wenn man den einfachen Input vergleicht mit dem, was am Ende dabei heraus kommt, wird klar was ich meine mit "Synfire kümmert sich um den Rest". Die eigentliche Herausforderung ist es, sich über den Rhythmus klar zu werden. Harmonie, Stimmführung, Skalenauswahl, intelligente Transponierung und alles weitere wird von Synfire geliefert.

 

Hinweis: Das Arrangement habe ich unten angehängt zum Herunterladen und experimentieren.

Attachments: 
Rating: 
0
No votes yet

Scholarly Lite is a free theme, contributed to the Drupal Community by More than Themes.