Auto-Chords mit 4-stimmigen Akkorden in weiter Lage

Dieses Tutorial zeigt wie man Auto-Chords für mehrere Instrumente über einen weiten Stimmbereich bauen kann, wie es für orchestrale Arrangements typisch ist.

Die standard Auto-Chords Funktion des Parameters Interpretation generiert Akkorde für ein einzelnes Instrument in enger Lage, wobei Umkehrungen automatisch anhand des eingestellten Spielbereichs gewählt werden. Das ist gut brauchbar für Tanzmusik, wo ausgehaltene Akkord-Teppiche häufig benutzt werden um eine Akkordfolge zu betonen.

Bei orchestraler Musik ist es jedoch häufig wünschenswerter die Harmonien von mehreren Instrumenten über einen weiteren Stimmbereich verteilt spielen zu lassen.

Akkord

Das violette Figursymbol (a = Arpeggio) rendert eine bestimmte Note des aktuellen Akkords in der von Synfire automatisch gewählten Umkehrung. Zum Beispiel rendert ein Symbol auf der Mittellinie (0) die tiefste Note, ein Symbol auf der ersten Linie (1) die nächste Note darüber, usw.

chords.png

Um einen kompletten Dreiklang zu rendern platzieren wir drei Symbole auf den Linien 1, 2 und 3 und lassen diese kurze Phrase sich endlos wiederholen. Im selben Sinne wird die Linie 0 mit einem Magenta-farbenen Bass Symbol (b = Bass) genutzt, um die aktuelle Bassnote des harmonischen Kontexts zu rendern.

ranges.png

Indem wir jedem der drei Symbole einen anderen Spielbereich zuweisen (Oben, Mitte, Unten), können wir die typische Tonhöhe für jedes Symbol individuell einstellen. Der zugewiesene Spielbereich wird durch das kleine Dreieck neben dem Symbol angezeigt. Mit einem Doppeklick auf das jeweilige Icon im Toolbar wird die Zuweisung gemacht.

Bass

Der Bass wird von einem anderen Instrument gespielt, damit wir den unteren Spielbereich unabhängig von den anderen drei Stimmen einstellen können (es gibt nur drei Spielbereiche pro Instrument). 

bass.png

Du kannst natürlich auch vier verschiedene Instrumente nehmen, die jeweils eine andere Note des Akkords und den Bass spielen. Dazu wird die Figure einfach über mehrere "Tracks" verteilt. Achte darauf, dass der jeweils der zugehörige Spielbereich des Symbols richtig eingestellt wird.

Interpretation

Die Länge der Symbole in diesem Beispiel ist genau ein Takt (und dann endlose Wiederholung). Synfire teilt und tranposniert Noten automatisch, sofern es notwendig ist. Theoretisch kannst du die Noten also auch noch länger machen. Damit die MIDI Ausgabe natürlicher und weniger abgehackt klingt, solltest du im Parameter Interpretation den Schalter Haltebögen aktivieren ('Tie Notes' im Bild unten). Damit werden aufeinander folgende Noten gleicher Tonhöhe verbunden.

tienotes.png

Feinabstimmung der Spielbereiche

Durch Verschieben der hellgrünen Tasten für die typische Tonhöhe auf dem Tab 'Spielbereiche' wird Synfire angewiesen die komplette Phrase neu zu komponieren, unter Maßgabe der bevorzugten Tonhöhen. Dies führt zu anderen Umkehrungen und Klangfarben, die du so lange anpassen und vorhören kannst, bis sie deinen Vorstellungen entsprechen.

Auto-Chords sind nur Behelfslösung

Lang ausgehaltene Akkorde sind wirklich nur für grobe Entwürfe nützlich. Bei orchestralen Arrangements möchte man lieber unterschiedliche melodische Linien übereinander legen, um ausdruckstärkere Rhythmen und Bewegungen zu erhalten (Kontrapunkt). Du kannst jedoch die selbe Methode anwenden und diesen Melodien jeweils einen eigenen Spielbereich zuweisen, um sie über einen weiten Stimmbreich zu verteilen.

Fazit

Obwohl sie eigentlich für Arpeggios entworfen wurden, sind die violetten Figursymbole (a) auch sehr nützlich um Akkorde über mehrere Instrumente und Stimmbereiche zu verteilen.

Das Beispiel-Arrangement ist diesem Tutorial unten angehängt, damit du damit deine eigenen Experimente machen kannst.

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